die zentrale Drehscheibe aller Feuerwehrdaten

FDISK

Die Abkürzung FDISK steht, anders als man fälschlicher Weise annehmen mag, nicht für "format disk" sondern für "Feuerwehrdateninformationssystem und Katastrophenschutzmanagement". Kurzzusammenfassend ist FDISK die primäre Datendrehscheibe für alle Feuerwehrdaten in mehreren Bundesländern. Eine effiziente Verwaltung der Feuerwehren wäre ohne FDISK nicht mehr denkbar.

Von "Notruf 122" zu FDISK - ein weiter Weg

Die Notwendigkeit, weg von Karteikarten, Standesbüchern und sonstigen in Papierform geführten Aufzeichnungen wurde in Niederösterreichs Feuerwehren bereits sehr früh erkannt. Seit 1985 im Datenverarbeitungsregister gelistet, bezieht der NÖ Landesfeuerwehrverband seit gut vier Jahrzehnten Unterstützung durch digitale Systeme.

Das erste Verwaltungstool "NCR" wurde bereits 1977 eingeführt, mangels fehlender flächendeckender IT-Infrastruktur jedoch nur zentral betrieben. 

Als direkter Vorgänger des heute verwendeten Systems gilt das ab 1993 eingeführte Verwaltungsprogramm "Notruf 122", eine bereits ab Windows 3.11 lauffähige Desktop-Applikation zur Erfassung und Verarbeitung der wichtigsten Daten jeder einzelnen Feuerwehr. Die Datenhaltung erfolgte hierbei dezentral in den jeweiligen Feuerwehren sowie zusätzlich mittels Synchronisationsmöglichkeit über Modem-Einwahlverbindungen auch zentral im Landesfeuerwehrkommando.

Im Jahr 2002 wurde begonnen eine visionäre Idee in die Realität umzusetzen: FDISK - eine webbasierte Verwaltungslösung welche alle Teilbereiche der Feuerwehrverwaltung über eine gemeinsame Online-Plattform abbilden soll. Keine aufwendigen Synchronisationen mehr, alle Daten sind jederzeit "live" verfügbar und erweiterbar.

Eine Erfolgsgeschichte aus Niederösterreich

Es begann mit einer Vision, herausgekommen ist eine Online-Verwaltungswerkzeug mit dem unter anderem gut 200.000 Feuerwehrmitglieder, 3.100 Feuerwehren und 18.000 Fahrzeuge verwaltet und administriert werden. Mit dem System arbeiten rund 40.000 Benutzer in den Bundesländern Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Wien.

Die Softwarelösung (eine Individualentwicklung für den NÖ Landesfeuerwehrverband durch die Firma ACP Business Applications GmbH) denkt in der aktuellen Ausbaustufe alle Teilbereiche des Feuerwehrwesens ab. Von der Mitgliederverwaltung, über die Einsatzdokumentation und -verrechnung, Kurs- und Ausbildungsverwaltung, Kat-Pläne für die öffentliche Verwaltung bis hin zu der komplexen Welt der Feuerwehrbewerbe sowie vielen weiteren Modulen ist alles vertreten.

Das Programm hat sich während seiner langjährigen Entwicklungsgeschichte zu einem wahren Selbstläufer entwickelt. An Ideen für funktionale Weiterentwicklungen bzw. Verbesserungen mangelt es definitiv nicht. Eine Erfolgsgeschichte eben!

FDISK und die Kritik darüber

Der Funktionsumfang von FDISK ist riesig groß und noch immer nicht groß genug. Obwohl bereits für defakto alle Teilbereiche des Feuerwehrwesens Module und Funktionen bestehen müssen seit Beginn ständig Erweiterungen vorgesehen bzw. implementiert werden. 

Genau darin steckt ein Hauptproblem - die Thematik ist riesig groß, weißt unzählige Spezialitäten und Ausnahmen auf. Alle Sonderfälle programmatisch zu berücksichtigen führte sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart immer wieder zu Problemen. Die Qualität wird laufend verbessert, jedoch ist es bei einer Fülle von mehreren tausend Use-Cases (Interaktionsmöglichkeiten) nicht immer einfach sinnvoll Neuerungen einzuführen.

Es ist ein offen ausgesprochenes Problem, dass Teilbereiche der Applikation nachwievor auf einem Entwicklungstenchischen Stand von 2002/2003 sind. Ein für Webapplikationen steinzeitliches Alter und auch der Hauptarbeitspunkt für die kommenden Jahre. Das Ziel ist jedoch klar: FDISK ist nicht ersetzbar und ungemein wichtig und wertvoll. FDISK wird kontinuierlich modernsiert und erneuert.

Blick in die Zukunft

Einen großer - aber für den Benutzer leider unsichtbaren - Modernisierungsschritt konnte Ende 2015 gesetzt werden: das FDISK-System wurde in einem Schritt von 32-bit Architektur auf 64-bit Architektur, neuestes Betriebssystem, neuester SQL-Server sowie virtualisierte Systemplattform gehoben. Durch diesen Modernisierungsschritt stehen nun deutlich größere Systemressourcen sowie ein eigenes (getrenntes) Test-/Schulungssystem zur Verfügung. Es konnte dadurch wesentlich zur Betriebsstablität beigetragen werden.

Viel größere Aufgaben stehen jedoch noch bevor:

  • Aktualisierung der ältesten Komponenten um standardkonformes HTML auszuliefern
  • generelle Modernisierung des UI (Userinterface)
  • Verbesserung von Datenimporten und -exporten
  • Ausbau der Schnittstellen und des Berichtswesens

FDISK ist hinsichtlich seines bestehenden Funktionsumfangs und seinen technischen Möglichkeiten konkurrenzlos. Es gilt daher auch die Öffentlichkeitsarbeit darüber zu verbessern, damit das auch allgemein so gesehen wird.

Steckbrief zu den Eckdaten

  • Webapplikation auf Basis .NET
  • SQL-Datenbank mit rund 1.000 Tabellen
  • 40.000 Benutzer
  • 200.000 verwaltete Personen
  • 18.000 verwaltete Fahrzeuge
  • ca. 5 Millionen erfasste Berichte

Peter Zach

Initiator, Erfinder und Allwissender hinsichtlich FDISK

+43 (2272) 9005 - 13466
peter.zach@feuerwehr.gv.at

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