ALLE ABSCHNITTE AUF EINEN BLICK

DEIN LEBEN MIT DER FEUERWEHR

Ein Feuerwehrleben beginnt sehr oft im Kindesalter, wenn Kinder mit den Eltern oder ihren großen Geschwistern mit zur Feuerwehr dürfen und endet im hohen Alter im Kreise der letzten Kameradschaft.

Stell Dir vor, es passiert etwas und niemand kommt um zu helfen. Zum Glück ist es anders! In Niederösterreich stellen nämlich 98.000 Frauen und Männer als Feuerwehrmitglieder einen Teil ihrer Freizeit zur Verfügung um im Notfall zu helfen. Eine Mitgliedschaft bei einer freiwilligen Feuerwehr bietet jedoch noch viel mehr…

Die kleine Nina lernt die Feuerwehr kennen

Hallo, mein Name ist Nina! Ich bin drei Jahre alt und spaziere gerade mit meinem Opa zur Feuerwehr. Mein Opa ist schon seit vielen vielen Jahren ein eingeschworenes Feuerwehrmitglied und nimmt mich wann immer es ihm möglich ist, zur Feuerwehr mit.
Nina geht zur Feuerwehr
Nina lernt das Hilfeleistungsfahrzeug kennen
„Schau, Nina, das ist ein Hilfeleistungsfahrzeug. Damit rücken wir zu allen Einsätzen aus. Wenn Du einmal groß bist, wirst auch Du damit fahren dürfen.“ Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus und möchte am liebsten jetzt schon zur Feuerwehr gehen.
Heute findet der sogenannte Junior-Action-Day der Feuerwehr statt. Ich darf zum ersten Mal mit einem Strahlrohr spritzen und sogar eine Runde im neuen Feuerwehrauto mitfahren. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr.
Junior-Action-Day bei der Feuerwehr
Heute kommen zwei Feuerwehrmitglieder in meine Klasse und erklären mir und meinen Schulkolleginnen und –kollegen alles Wichtige rund ums Thema Feuerwehr. Meine Lehrerin hat einen tollen Ordner von der Feuerwehr bekommen, mit dem sie uns erklärt, wie man Bränden vorbeugt.

Deine Zeit bei der Feuerwehrjugend

Heute ist mein großer Tag. Nicht nur, dass ich heute meinen 10. Geburtstag feiern darf, so bin ich nun alt genug, um zur Feuerwehrjugend zu gehen. Der Feuerwehrkommandant überreicht mir gemeinsam mit dem Feuerwehrjugend-Betreuer meine erste eigene Uniform.
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Nach einigen Jugendstunden, in denen mir erklärt wurde, was man bei der Feuerwehr macht, darf ich nun endlich bei einem Feuerwehrjugend-Spiel mitmachen. Was man da alles lernt...
Der Ausflug unserer Feuerwehrjugendgruppe ins Haus der NÖ Feuerwehrjugend nach Altenmarkt im Yspertal war ein Meilenstein unseres Jugendjahres. Das Haus ist schön und modern eingerichtet und der große Garten macht Gruppenspiele zum Erlebnis.
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Die vielen Übungen und Spiele haben sich bezahlt gemacht. Beim Feuerwehrjugend-Wissenstest konnte ich alle gestellten Aufgaben meistern. Als Belohnung hat mir unser Bezirksfeuerwehrkommandant das erworbene Abzeichen an die Brusttasche geheftet.
Voller Vorfreude beladen wir unser Mannschaftstransportfahrzeug, da das Feuerjugendlager vor der Türe steht. 5000 Burschen und Mädchen kommen ein Mal im Jahr zusammen und bewohnen für drei Tage eine riesige Zeltstadt. Während den drei Tagen müssen wir unser Können beim Feuerwehrjugendleistungsbewerb zeigen.
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In der heutigen Jugendstunde dreht sich alles um wasserführende Armaturen. Dabei dürfen wir sogar die Strahlrohre ausprobieren. Ich kann es schon gar nicht mehr erwarten, damit bei einem echten Einsatz löschen zu dürfen.

In Deiner Zeit als aktives Mitglied bei der Feuerwehr wirst du viel an Ausbildung- und auch Einsatzgeschehen erleben.

In den fünf Jahren bei der Feuerwehrjugend habe ich Vieles gelernt. Jetzt ist es an der Zeit, bei den „Großen“ mitzuspielen. Die Überstellung in den Aktivdienst erfolgt an meinem 15. Geburtstag. Ab jetzt bin ich Feuerwehrmann und werde, wenn der Pager läutet, meine Kameradinnen und Kameraden im Einsatz unterstützen.
Im Rahmen des Florianitages wurde ich nun offiziell als Feuerwehrmann angelobt. Es erfüllt mich mit großem Stolz einer derart tollen Organisation anzugehören.
Um für künftige Einsatzaufgaben vorbereitet zu sein, absolviere ich mit einigen anderen Kameradinnen und Kameraden die Grundausbildung in meiner Feuerwehr. Den richtigen Umgang mit Ausrüstungsgegenständen lerne ich von der Pike auf.
Mein erster Einsatz war eine große Herausforderung! Zum Glück konnte ich aber das Erlernte gut in die Praxis umsetzen. Jetzt weiß ich umso mehr, wie wichtig die Truppmannausbildung in der Feuerwehr ist.
Zu den Landesfeuerwehrleistungsbewerbe kommen jedes Jahr über 10.000 Feuerwehrmitglieder. Heuer bin auch ich das erste Mal dabei. Wir haben in den Wintermonaten hart geübt, um den Löschangriff und Staffellauf so schnell und fehlerfrei wie möglich zu bewältigen.
Im Jänner eines jeden Jahres kommen wir zur sogenannten Mitgliederversammlung zusammen, bei der unser Feuerwehrkommandant über das abgelaufene Jahr berichtet. Auch der Ankauf eines neuen Hilfeleistungsfahrzeuges wird erwähnt, das ein veraltetes Kleinlöschfahrzeug ersetzen soll. Dafür erhalten wir von der Dorfgemeinschaft eine finanzielle Unterstützung.
Mein Feuerwehrkommandant ist heute mit einer Bitte an mich herangetreten. Er fragte mich, ob ich denn im Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation mitarbeiten möchte. Da ich gerne schreibe und fotografiere, war die Antwort schnell gefunden: "ja".
Da ich die Ausbildung zum Truppmann erfolgreich absolviert habe, durfte ich mich nun zum Modul ÖA10 in der NÖ Landes-Feuerwehrschule anmelden. Bei diesem Kurs soll ich die Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit erlernen.
Bei der heutigen Branddienstübung werde ich als Gruppenkommandant eingesetzt. Eine Gruppe im Einsatz zu führen, bedarf reichlich Erfahrung und Praxis. Doch bis jetzt schlage ich mich wacker.
Kamerad Berger und seine Monika schreiten heute zum Altar. Und wie es sich bei einer Feuerwehrhochzeit gehört, müssen die Eheleute im Anschluss an die Trauung durch den „Schlauchtunnel“ schreiten. Zum Glück keine nasse Angelegenheit!
Und wieder bin ich in der NÖ Landes-Feuerwehrschule zu Gast. Diesmal steht das Modul „Führen 10“ auf dem Programm, das sich intensiv mit Menschenführung und Führung kleiner Einheiten beschäftigt.
Mein erster Einsatz als Gruppenkommandant. Damit man mich sofort erkennt, trage ich einen Überwurf. Meine Aufgabe ist es nun, meine Mannschaft sorgsam einzuteilen und ihnen klare Befehle zu geben.
Nach tagelangen Regenfällen steht der halbe Ort unter Wasser. Die KHD-Bereitschaft ist uns zu Hilfe geeilt, um mit Großpumpen und Sondergerätschaften gegen die Wassermassen anzukämpfen. Die Zusammenarbeit verläuft wie am Schnürchen.
Mein Feuerwehrkommandant lädt mich zu einem Gespräch zu sich nach Hause ein. Er schildert mir, dass der Zugskommandant aus privaten Gründen seine Funktion zurückgelegt hat. Dass er mich in dieser Funktion sieht, damit hätte ich nicht gerechnet.
Heute feiern wir den Florianitag zu Ehren des Schutzpatrons der Feuerwehr. Als Zugskommandant ist es meine Aufgabe, die Mannschaft in Reih und Glied antreten zu lassen. Mit großen Augen beobachtet mich mein Sohn Felix, der bald zur Feuerwehrjugend kommt.
Die Vorbereitungsarbeiten für unser Feuerwehrfest laufen auch Hochtouren. Das Feuerwehrhaus muss noch geschmückt und der Griller vorbereitet werden. Das Fest ist dringend notwendig, da in Kürze der Ankauf eines neuen Rettungsgerätes ansteht und die Feuerwehr einen Teil der Kosten tragen muss.

Als Reservist bist du bei der Feuerwehr das Mitglied mit der meisten Erfahrung

Wie schnell die Zeit verrinnt, merke ich unter anderem daran, dass ich heute von meinem Bezirksfeuerwehrkommandanten die Auszeichnung für 50jährige verdienstvolle Tätigkeit bei der Feuerwehr erhalte. Da ich nun mein 65. Lebensjahr erreicht habe, werde ich in den Reservedienst überstellt.
Mein Feuerwehrkommandant bittet mich um Mithilfe beim Feuerwehrball, der kommende Woche stattfindet. Zusammen mit meinem Sohn, der mittlerweile zum Zugskommandanten aufgestiegen ist, teile ich die Mannschaft ein und überwache den Ablauf.
Um meine Feuerwehrkameraden unter Tags tatkräftig zu unterstützen, rücke ich nach wie vor zu jedem Einsatz aus. Da ich mich fit fühle und bester Gesundheit erfreue, helfe ich weiterhin allen Menschen die in Not sind. Jedenfalls habe ich bei meiner Angelobung vor über 50 Jahren einen Schwur geleistet, der für mich immer Bestand haben wird.
Gemeinsam mit fünf Kameraden besuche ich das Feuerwehrmuseum in Gars am Kamp und bewundere die Ausstellungsobjekte. Mein Feuerwehrkommandant organisiert ein Mal im Jahr einen Reservisten-Ausflug zu Feuerwehren, Museen oder Veranstaltungen.
Eine riesengroße Überraschung bereiteten mir heute meine Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden zum 70. Geburtstag. Ich konnte es kaum glauben, als ich aus dem Fenster blickte und das Einsatzfahrzeug erblickte, mit dem ich zum Einsatz ausgerückt bin.
Gefühlt war es gestern, als mich mein Großvater das erste Mal zur Feuerwehr mitnahm. Heute bin ich diejenige, die ihr Enkerl ins Feuerwehrauto hebt und ihm die vielen verschiedenen Knöpfe erklärt. Eine wunderbare Zeit...